10. Januar 2015

39 Monate | 39 Schreibimpulse – eBook zu den Monatsgedichten

Kategorien: Downloads,Schreibimpulse — Tags: , — Michaela Didyk

coverabbildung-ebook-zu-den-monatsgedichten-schreibanregungen-aus-dem-foerderprojekt-von-unternehmen-lyrik-als-downloadSchreibimpulse, die das Dichten im Fluss halten

Das Projekt Monatsgedichte ist abgeschlossen. Dennoch hat es noch ein Nachspiel. Denn nach drei Serien mit jeweils 13 Mondmonaten ist ein eBook zu den Monatsgedichten entstanden:
39 Monate | 39 Schreibimpulse fasst im PDF-Format alle Themenanregungen der 39 Wettbewerbsrunden zusammen.

Mit der Zusammenstellung des Buchs geht mein Dank an die Autor/innen, die in ihrem Engagement und ihrem inspirierenden Austausch untereinander eine „verschworene Gemeinschaft“ entwickelten.

Nicht alle „Monatsdicher/innen“ waren bereits von Anfang an dabei. So gibt das eBook Anreiz, unabhängig vom monatlichen Rhythmus des Projekts weiterzuschreiben – drei Jahre „Stoff“ stehen zur Verfügung!

Erinnerungen weckt die Sammlung der Schreibanregungen wohl in denjenigen, die seit der ersten Runde im September 2009 regelmäßig teilgenommen haben. Zu manchem Thema lassen sich gewiss nochmals neue Texte verfassen. Wenn schließlich das eBook mit seinen Gedichtimpulsen generell Autor/innen zum zeitgemäßen lyrischen Schreiben motiviert, ist der Hauptzweck erreicht.

Lyrik auf Erfolgskurs

Auch ohne weitere Monatsgedicht-Runden bleibt die „Lyrik auf Erfolgskurs“. So lautet nämlich das Autorenförderprogramm in inzwischen modifizierter Ausrichtung. Die Schwerpunkte liegen zum einen auf der Unterstützung bei Lesung und Publikation, zum anderen auf der Arbeit an der „dichterischen Persönlichkeit“.

Die Herausforderungen des Literaturbetriebs verlangen nicht nur gute Texte und Recherche oder Information, sondern auch Zielorientierung, Strategien. Oft braucht es sogar ein Umdenken und Loslassen von „Glaubenssätzen“.

Wer in den Literaturmarkt einsteigt, benötigt Know-how, wie dieser funktioniert und wie man neue Nischen entdecken kann. Schreiben und Veröffentlichen geht damit einen Schritt weiter: Es dient nicht mehr nur dazu, sich selbst zu verwirklichen, sondern wird zum „Unternehmen“, sich im Literaturbetrieb seinen Platz zu suchen.

Als Kulturmanagerin und Autoren-Coach – letzteres habe ich in den vergangenen Jahren mit NLP und systemisch integralen Methoden vertieft – bin ich schon mitten in meinen neuen Abenteuern und freue mich, wenn ich Sie mit meinen bevorstehenden Projekten auf Ihrem lyrischen Erfolgsweg weiter unterstützen kann.

Das kostenlose eBook zu den Monatsgedichten

Mir hat es viel Spaß gemacht, für Sie das eBook zu den Monatsgedichten zusammenzustellen und zu gestalten. Dem Dank an die Autor/innen schließt sich auch der an die Juror/innen an. Ihre positive Resonanz, sogar Begeisterung für die Monatsgedichte hat mich zusätzlich motiviert, passende Themen auszuwählen und neugierig auf die lyrischen Ergebnisse zu warten.

Viel Freude mit den Monatsgedichten als „Buch“!


5. Januar 2015

Das Finale der Monatsgedichte – ein starker Auftakt im neuen Jahr

Kategorien: Projekt Monatsgedichte — Tags: — Michaela Didyk

Foto zu Monatsgedichte mit dem Motto 'Tor - Tür Ball Bogen oder Narr'
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Gabriele Lanser gewinnt mit „weißnichtwas“ die 13. Runde der Monatsgedichte

Die Schlussrunde der Monatsgedichte stand unter dem Motto „Tor – Tür Ball Bogen oder Narr“. In der Offenheit des Themas ergaben sich spannende Texte – darunter Wortspiele, Bildgedichte, die insgesamt zeigten, dass der Narr den Weg zur Weisheit kennt oder ein/das Tor gut die Schwelle zu vertieftem Sinn markieren kann. Gabriele Lansers Favoritengedicht „weißnichtwas“ irritiert; es scheint zunächst sogar die lyrischen Grenzen sprengen zu wollen.

weißnichtwas
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Monatsgedichte - "weissnichtwas" © Gabriele Lanser
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© Gabriele Lanser

Ein Gedicht, das im Dialog entschlüsselt werden will

Carmen Winter, Diplom-Germanistin, Schreibwerkstättenleiterin und Autorin aus Frankfurt (Oder), war in dieser Monatsgedichte-Runde Jurorin. Sie lässt in Ihrer Urteilsbegründung gut erkennen, wie der Dialog zwischen Leser/in und Gedicht verlaufen kann.

Weißnichtwas
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Das ist doch kein Gedicht!
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Vielleicht, vielleicht ist es kein Gedicht. Es sieht jedenfalls nicht so aus, wie ein Gedicht. Es ist ein Block, ein Stein, ein Mauerwerk, abgeschlossen rechts und links und oben und unten mit geraden Zeilenrändern. Kein Flattersatz. Kein Satz flattert in diesem Text. Jeder Satz ist wohlgesetzt und jedes Wort. So gehört sich das in einem Gedicht. Es muss dicht sein.
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Aber wo ist die Lücke, die mich in den Text einlässt? Hallo, ich bin‘s, der Leser, rufe ich und klopfe zaghaft. Dann trete ich einen Schritt zurück und suche das Wortmauerwerk mit den Augen ab. KARL lese ich und NARR. Ist Karl ein Narr? Der Narr Immerfort? Es war im siebenten Sommer, als Karl, als der Narr, als der Vater und die Tanten und das Kind …
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So viele Figuren, das kann kein Gedicht sein. Ins Gedicht gehört ein ICH. Wo ist das ICH in weißnichtwas?
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Es hat sich heute hier neben den Leser gestellt und schaut zurück auf diesen siebten Sommer (der Leser erfährt nicht, wann die Zählung mit eins begann) das ICH schaut zurück auf das Kind, aus dem es herauswuchs und auf alles, was um Karl, den Narren sich an Gerüchten webte. Zielsicher greift das ICH in die übervolle Schale mit den Erinnerungen, greift heraus, was sich dicht weben lässt zu einem Gedicht. Wenn ich als Leser den Faden verfolgen will, muss ich aufmerksam lesen, dann öffnet sich Zeile um Zeile, dann sehe ich das Kind und den Narren und das tiefrote Laub des Kirschpflaumenbaumes, ich höre die Tuschler und das Rabengeschnarr. Ganz deutlich wird alles für einen Augenblick. Für den Augenblick, den es dauert, dieses Gedicht zu lesen, noch einmal und noch einmal, bis es sich ganz erschlossen hat und doch ein Geheimnis für sich behält. Was ist es? Ich weiß nicht was.

Ein Text, der „mehr [weiß] als sein Autor“ und in der Offenheit seine Leser erreicht

In ihrer Frankfurter Poetik-Vorlesung spricht Hilde Domin vom „gefräßigen Gedicht“, das sich zunächst den Autor, dann den Leser einverleibt. Dadurch bleibe es lebendig und könne eigenständig in die Welt hinaus. An der Nahtstelle zwischen Carmen Winters Urteilsbegründung und dem folgenden Statement Gabriele Lansers passt dieses Bild Domins exakt. Das Gedicht geht seine eigenen Wege und bewahrt sich ein Geheimnis, das zum wiederholten und darin immer auch neuen Lesen verleitet.
Einen herzlichen Glückwunsch an Sie, liebe Frau Lanser! Ich freue mich sehr, dass Ihr Gedicht die Reihe der Monatsgedichte mit einem so starken Akzent beschließt.
Und hier nun die Vita der Gewinnerin und ihre Gedanken zum Schreiben:

Fakten und Zahlen
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Gabriele Lanser: 1950 geboren in einem Dorf am linken Niederrhein / mit Kartoffelfeuern, Kopfweiden, Märchen, dem rechten Glauben und Aberglauben und den gebundenen Ausgaben der Gartenlaube groß geworden / 1968 Lehramtsstudium in Aachen: Mathematik / Kunst / Religion / später Fernstudium „Literarisches Schreiben“ / verheiratet / drei Kinder / mit Leidenschaft berufstätig bis 2011 / die letzten 15 Jahre Schulleiterin einer integrativen Grundschule am Wohnort Nettetal-Hinsbeck
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Veröffentlichungen seit 1984: Fachbeiträge Pädagogik im Cornelsen und Friedrich Verlag / Kinder- und Lesebuchgeschichten erschienen im Klett-Verlag / Lyrik und Kurzprosa seit 2008 / erste Veröffentlichungen 2011 in Anthologien und Zeitschriften / zuletzt: Prosa im Geest-Verlag und Lyrik in „Asphaltspuren“
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Gedanken zum Schreiben
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Schreiben gehört seit je in unterschiedlicher Intensität zu meinem Leben dazu. Ob Fachtexte im Bereich Pädagogik, Kindergeschichten, Kurzgeschichten oder Lyrik, immer ist das Schreiben für mich ein wunderbar ernstes Spiel mit der Welt, dem Wort und mir. Und wer in diesem Prozess wem die Feder führt, ist ebenso spannend wie offen. Am Ende weiß jeder Text mehr als der Autor. Am Ende gibt der Autor den Text frei und er gehört dem Leser und der belebt ihn neu.
Das Gedicht für mich immer ein Gemachtes, der Schreibprozess ein lustvoll konzentrierter. Am Ende sollte in diesem TextKörper ein Herz schlagen: ob leise oder laut, der Leser sollte es hören können, auch sein Stocken. Dieser Herzschlag kennt keine Angst, nicht die vor dem Pathos, nicht die vor dem Kitsch, nicht vor dem ICH, nicht vor Bekenntnissen. Er ist sich seiner sicher und überschreitet die Grenzen, schlägt sich an allen Überwachungsposten vorbei. Das Gedicht wird in seinem Herzschlag greifbar und angreifbar. Es geht über dünnes Eis.

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Das Projekt Monatsgedichte ist nach dieser dritten Serie abgeschlossen. Sie finden alle Monatsgedicht-Impulse im eBook 39 Monate | 39 Schreibimpulse gebündelt.

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2. Januar 2015

Auch für die Lyrik geeignet – 10 Schreibanregungen fürs neue Jahr

Kategorien: Schreibimpulse — Tags: — Michaela Didyk

Die Schreibanregungen für das neue Jahr kommen zwar in Englisch, aber das dürfte für Sie als Lyriker/innen kein Problem sein. Denn auch mit der poetischen Sprache folgen Sie einer „Fremdsprache“ mit eigenen Regeln.

Wenn Sie im neuen Jahr also ab und zu einen Motivationsschub brauchen und in Ihrem Schreiben immer besser werden wollen, dann halten Sie sich doch einfach an die folgenden zehn Punkte.

Brian Clark von coppyblogger hat sie treffend zusammengefasst, und ich finde, dass sie sich aus dem ursprünglichen Marketing-Kontext nahtlos  auf das poetische Schreiben übertragen lassen. Der Erfolg dürfte Ihnen bei diesem Intensivprogramm sicher sein :-)

Auf ein gutes Jahr mit inspirierenden Schreibanregungen!

Schreibanregungen - 10 Steps to Becoming a Better Writer
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Sie können die Grafik  als pdf herunterladen, indem Sie einfach auf das Bild klicken.