10. September 2010

Lyrikspiele zum Vergnügen

Filed under: Digitale Kunst,Fundstücke,Projekt — Tags: , , — Michaela Didyk @ 21:35

Als ich vor etwa zwei Jahren das Web nach Spielen rund um Sprache und Vers durchsuchte –  zugegebenermaßen Hans Magnus Enzensbergers anspruchsvollen „Poesieautomat“ im Hinterkopf – entdeckte ich Stephan Karschs maquina poetica. Sofort war ich begeistert: Nicht nur die Ästhetik, sondern der Geistesblitz, der dahinter steckt, haben es mir seitdem angetan. Da erscheinen keine banalen Verse auf Knopfdruck, sondern die Texte können sich gut unter lyrischem Maßstab sehen lassen.

© Stephan Karsch ‚maquina poetica‘

In den verschiedenen Gestaltungsstufen sind individuelle Eingriffe des Spielers möglich. „Man könnte also von einer Kooperation zwischen Autor und Maschine sprechen,“  kommentiert es der Erfinder, der die maquina poetica 2003 als Abschlussarbeit für seinen Bachelor of Media Design erstellte und damit für mehrere Preise nominiert wurde.

© Stephan Karsch ‚poetica visual‘

Eine zweite lyrische ‚Spielwiese‘ ist nun 2010 hinzugekommen. Mit der poetica visual betont Stephan Karsch in Anlehnung an die Konkrete Poesie visuelle und filmische Aspekte. Mit dieser poetica lassen sich Textbilder oder -filme generieren, sobald ein Wort oder Satz auf der Seite eingegeben wird und durch das Tippen auf der Tastatur Bewegung dazukommt. Am besten steigen Sie gleich selber ins Spiel ein. Das Vergnügen ist garantiert – es sind Lyrikspiele vom Feinsten.