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	<title>Unternehmen Lyrik &#187; Ursula Haeusgen</title>
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		<title>Monatsgedicht April: &#8220;im abendzug&#8221; von Ingritt Sachse</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 23:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Didyk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen]]></category>
		<category><![CDATA[Monatsgedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Man sollte Ingritt Sachse hören, wenn sie ihre Gedichte liest. Ihre kraftvolle, etwas raue Stimme steht zum leicht singenden Ton im Gegensatz. Distanz teilt sich da im Vortrag mit, genaue Beobachtung und doch zugleich intensive Nähe. In solchem Oszillieren spürt man, dass beim Schreiben bereits die Antennen ausgefahren sind, Stimmungen, Eindrücke aufzufangen und ans Publikum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man sollte Ingritt Sachse hören, wenn sie ihre Gedichte liest. Ihre kraftvolle, etwas raue Stimme steht zum leicht singenden Ton im Gegensatz. Distanz teilt sich da im Vortrag mit, genaue Beobachtung und doch zugleich intensive Nähe. In solchem Oszillieren spürt man, dass beim Schreiben bereits die Antennen ausgefahren sind, Stimmungen, Eindrücke aufzufangen und ans Publikum weiterzugeben. Das Überblenden unterschiedlicher Wahrnehmungen &#8211; im neuen Monatsgedicht wird dieses Prinzip Ingritt Sachses auch sichtbar.</p>
<blockquote><p>im Abendzug<br />
durch das Gesicht im<br />
weichen Spiegel<br />
ziehn Wolken Bäume<br />
Drähte ziehn<br />
Geschichten<br />
durch das Gesicht es<br />
schaut auf mich er-<br />
kennt mich nicht<br />
neben mir<br />
der Blick reist mit dem<br />
Abendzug im<br />
weichen Spiegel</p>
<p>© Ingritt Sachse</p></blockquote>
<p>Ursula Haeusgen, Gründerin des <a href="http://www.lyrik-kabinett.de/">Lyrik-Kabinett München</a>, nimmt in ihrer Begründung das Spiel mit dem Spiegelbild auf:</p>
<blockquote><p>Zwei reisen im Zug durch den Abend. Ich und Ich. Immer, wenn das Ich aus dem Zugfenster schaut, erblickt es ein Gesicht, sein Gesicht, gespiegelt im Fenster. Sein Gesicht? Nicht ganz. Ein zweites Gesicht? Vielleicht. Geisterhaft durchsichtig wie ein surreales Bild,  ziehen hinter seiner Stirn die Wolken vorbei, hinter den Wangen und Augen Bäume und Drähte. Es spricht nicht. Aber es erzählt – Geschichten und Gedanken huschen vorbei und werden vom Ich aufgefangen. Das Spiegelgesicht erkennt das Ich nicht – aber das Ich erkennt sich. Das Ich schaut weg, aber es weiß, dass das andere Ich da ist, auch wenn es nicht angeschaut wird. Es reist mit – nicht nur im Zug – immer. Ein tröstlicher Gedanke? Das kommt darauf an. Sie haben so eine Situation sicher auch schon erlebt.</p></blockquote>
<p>Ich konnte mit Ingritt Sachse zusammen schon einige Lesungen bestreiten; daher die mir so vertraute Stimme. Ich freue mich nach diesen Begegnungen umso mehr über Ursula Haeusgens Wahl. Herzliche Glückwünsche, Ingritt, nach Bonn.</p>
<blockquote><p>Ingritt Sachse (*1946 in Bremen) lebt und arbeitet als Psychotherapeutin in freier Praxis in Bonn. Dichten bedeutet ihr Freiraum und Eintauchen in immer wieder neue Welten.<br />
1999 Veröffentlichung von Prosatexten; 2003 bis heute Lyrikveröffentlichungen in verschiedenen Anthologien und Jahrbüchern.<br />
Seit 2004 kontinuierlich öffentliche <a href="http://www.ppfi.de/gedichte/fruehere.html">Lesungen</a> mit Musik (Einzellesungen und Gemeinschaftslesungen) in Köln, Bonn, Ratingen bei Düsseldorf, in Winterkasten und Meißen, zuletzt im März 2010 in der <a href="http://www.parkbuchhandlung.de/?p=664">Parkbuchhandlung Bad Godesberg</a>. Die nächste Lesung am 27. Juni 2010 ist in Vorbereitung. Die Lyriklesungen Ingritt Sachses sind teilweise als Live-Mitschnitt oder als Studioaufnahme <a href="http://www.ppfi.de/gedichte/fruehere.html">auf CD</a> erhältlich.</p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.unternehmen-lyrik.de/projekte/monatsgedichte/monatsgedichte-runde-9-spiel-mit-sinn-wort-und-form/">Mai-Runde der Monatsgedichte</a> lautet das Thema &#8220;Spiel mit Sinn, Wort und Form&#8221;. <a href="http://www.carmenwinter.de/">Carmen Winter </a>ist die neue Jurorin.</p>
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