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	<title>Unternehmen Lyrik &#187; Paul Schorno</title>
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		<title>Das Monatsgedicht im Juli: &#8220;kirschrosen* / cento&#8221; von Ingritt Sachse</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 21:43:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Didyk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor/innen]]></category>
		<category><![CDATA[Monatsgedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Schorno]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Start der Monatsgedichte war die Überlegung auch, was geschieht, wenn ein/e Teilnehmer/in im Verlauf des Projekts von mehreren Juror/innen gekürt wird: Ausschluss, neuer Gewinn? Ich entschied mich damals für die zweite Variante, geht doch mit jeder Runde eine unabhängige Beurteilung der Texte einher und kommen damit unterschiedliche Maßstäbe zum Ausdruck. Die Einleitung macht klar: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Start der Monatsgedichte war die Überlegung auch, was geschieht, wenn ein/e Teilnehmer/in im Verlauf des Projekts von mehreren Juror/innen gekürt wird: Ausschluss, neuer Gewinn? Ich entschied mich damals für die zweite Variante, geht doch mit jeder Runde eine unabhängige Beurteilung der Texte einher und kommen damit unterschiedliche Maßstäbe zum Ausdruck.<br />
Die Einleitung macht klar: Der Fall ist eingetreten. Ingritt Sachse, die im April bereits durch die Auswahl Ursula Haeusgens das Monatsgedicht bestritt, überzeugte beim Thema &#8220;Vorbilder&#8221; mit ihrem Cento, dem &#8220;Flickenkleid&#8221; aus Gedichtzeilen Sarah Kirschs und Rose Ausländers, nun auch den Schweizer Juror Paul Schorno.</p>
<blockquote><p><strong>kirschrosen* / cento</strong></p>
<p>seit er fort ist fallen palmen<br />
wie er mich jagt, sein schrei<br />
in glitzernder luft<br />
fliegen die elstern die<br />
blumen waren<br />
wohl lange verdorrt<br />
meine worte<br />
gehorchen mir nicht<br />
was gibt es denn noch?</p>
<p>mit einer pappel /als feder<br />
einen drachen reiten<br />
schneewittchenweiß<br />
dem apfelbaum gleicht<br />
mein freund<br />
und ich<br />
eine helle sprache</p>
<p>*sarah kirsch &amp; rose ausländer</p>
<p>© <a href="http://www.athena-verlag.de">ATHENA-Verlag</a><br />
Aus: <a href="http://www.athena-verlag.de/controller.php?cmd=detail&amp;titelnummer=422">in schattengängen streut licht. Gedichte. edition exemplum </a><br />
Oberhausen 2011</p></blockquote>
<p>Paul Schorno, der als Kritiker und vielseitiger Profi des Literaturbetriebs in Basel wirkt,  leitet seine Entscheidung mit  einer persönlichen Bemerkung ein:</p>
<blockquote><p>Ich wählte nach intensivem Lesen das vielleicht schwierigste Gedicht, betitelt „kirschrosen*/cento“.</p>
<p>Wenn es so ist, dass ein gutes Poem die Essenz von Gelebtem ist, und manches zum Fliessen gebracht wird, so darf dieses hier ein gelungenes und ansprechendes Gedicht genannt werden. Dank etlichen Positionswechseln und verrätselten sprachlichen und gedanklichen Wendungen, braucht der Leser nicht zwingend den Sinn des Ganzen zu erspähen. Er soll beim Lesen selber zu Wort kommen und auf seine eigene Stimme hören. Dazu animieren die 7. und 8. Zeile der ersten Strophe, „meine worte/gehorchen mir nicht“. Überraschend und unvermittelt die darauffolgende Zeile: „was gibt es denn noch?“ Ich erahne dichterische Prozesse im Umfeld von Liebe, Zweifel, Verunsicherung, ein Sichaufbäumen und Weitergehen. In diesem Sinne meine Zuordnung der Zeilen der zweiten Strophe: „einen drachen reiten/ schneewittchenweiss“ und abschliessend „und ich/eine helle Sprache“. Eingeschwiegenes kann spürbar gemacht werden. Freiheiten der Poesie, die jeden Einzelnen einladen, sie zu subjektivieren.<br />
*sarah kirsch &amp; rose ausländer: Zu erspüren ist, dass die Autorin fasziniert und nicht ohne Gewinn für das Atmosphärische sich mit den Daseins- und metaphysischen und märchenhaften Sprachwelten der genannten Autorinnen beschäftigt hat.</p></blockquote>
<p>Die <a href="http://blog.unternehmen-lyrik.de/2010/04/28/monatsgedicht-april-im-abendzug-von-ingritt-sachse/">Vita von Ingritt Sachse</a> finden Sie bereits bei ihrem ersten Siegergedicht. Daher fragte ich dieses Mal nach, warum der Autorin das Schreiben so wichtig sei:</p>
<blockquote><p>Im Alltag als Psychotherapeutin darauf ausgerichtet, anderen zuzuhören und präsent zu sein, schaffen die Gedichte, die in ihrer Kürze als Entwurf auch einmal zwischen zwei Sitzungen aufs Blatt fließen können, eine Gegenwelt. Lyrik schreiben heißt, mich zu sammeln und etwas vollkommen Anderes zu machen, mich sozusagen an völlig andere Orte zu begeben. Es bedeutet Entlastung und Herausforderung, bedeutet Glück und in besonderen Fällen besessen sein zu können von/mit einer Art kreativer Wut.</p></blockquote>
<p>Die zwölfte Runde der Monatsgedichte  lädt zu  <a href="http://www.unternehmen-lyrik.de/projekte/monatsgedichte/monatsgedichte-runde-12-schatten/">&#8220;Schatten&#8221;-Gedichten</a> ein. Andreas Noga, selbst Lyriker und Lyrikredakteur bei Sandra Uschtrins <a href="http://www.federwelt.de/">&#8220;Federwelt&#8221; </a>und Theo Breuers <a href="http://www.editionye.blogspot.com/">&#8220;Faltblatt&#8221;</a>, ist der Juror des nächsten Monatsgedichtes. Bis  10. August &#8211; hier die notwendigen <a href="http://www.unternehmen-lyrik.de/projekte/monatsgedichte/">Informationen zum Projekt Monatsgedichte </a> &#8211;  können Sie posten, am 24. August ist die Veröffentlichung des Favoritengedichtes.</p>
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