10.09.2010

Lyrikspiele zum Vergnügen

Filed under: Digitale Kunst,Lyrikspiel,Projekt — Tags: , , — Michaela Didyk @ 21:35

Als ich vor etwa zwei Jahren das Web nach Spielen rund um Sprache und Vers durchsuchte -  zugegebenermaßen Hans Magnus Enzensbergers anspruchsvollen “Poesieautomat” im Hinterkopf – entdeckte ich Stephan Karschs maquina poetica. Sofort war ich begeistert: Nicht nur die Ästhetik, sondern der Geistesblitz, der dahinter steckt, haben es mir seitdem angetan. Da erscheinen keine banalen Verse auf Knopfdruck, sondern die Texte können sich gut unter lyrischem Maßstab sehen lassen.

© Stephan Karsch 'maquina poetica'

In den verschiedenen Gestaltungsstufen sind individuelle Eingriffe des Spielers möglich. “Man könnte also von einer Kooperation zwischen Autor und Maschine sprechen,”  kommentiert es der Erfinder, der die maquina poetica 2003 als Abschlussarbeit für seinen Bachelor of Media Design erstellte und damit für mehrere Preise nominiert wurde.

© Stephan Karsch 'poetica visual'

Eine zweite lyrische ‘Spielwiese’ ist nun 2010 hinzugekommen. Mit der poetica visual betont Stephan Karsch in Anlehnung an die Konkrete Poesie visuelle und filmische Aspekte. Mit dieser poetica lassen sich Textbilder oder -filme generieren, sobald ein Wort oder Satz auf der Seite eingegeben wird und durch das Tippen auf der Tastatur Bewegung dazukommt. Am besten steigen Sie gleich selber ins Spiel ein. Das Vergnügen ist garantiert.

12.01.2010

Eine neue Seidenstraße

Filed under: Kulturaustausch,Projekt — Tags: , , — Michaela Didyk @ 18:03

Ob auf dem Inka-Pfad nach Machu Picchu oder mit der transsibirischen Eisenbahn ans Ende der Welt, mit meiner Nomadenseele würde ich gern einige Traumreisen unternehmen. So auch die auf der Seidenstraße, auf der ich zumindest gedanklich schon bei meinen Recherchen zum Meißen-Projekt und den Porzellan-Gedichten unterwegs war und bin. Es ist die Vielfalt der Kulturen, die mich reizt, und wie daraus neue Formen entstehen.

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The Silk Road Project habe ich über Twitter entdeckt. Yo Yo Ma, der künstlerische Leiter des Seidenstraßen-Projekts, sieht in der reichen Tradition der historischen Seidenstraße die große Chance, Neues zu schaffen. Durch die verschiedenen Künste zu lernen und sich dabei näher zu kommen, weckt zudem gegenseitiges Verstehen.

When we enlarge our view of the world, we deepen our understanding of our own lives. The Silk Road Project hopes to plant seeds of new cultural growth and to celebrate traditions and musical voices everywhere.

Die Musik steht im Mittelpunkt. Authentisch in ihrer Herkunft, bringt sie der Cellist Yo Yo Ma mit seinem Ensemble nicht nur in die internationalen Konzertsäle, sondern auch in die Museen und Universitäten. Der Nachbarschafts-Gedanke prägt sein Bildungsprogramm, wie anders auch – die Völkerverbindungen der historischen Seidenstraße wirken nach.

Every time I open a newspaper, I am reminded that we live in a world where we can no longer afford not to know our neighbors.

Und die Poesie? Sie zeigt sich beispielsweise in solchem Lied:

Im Silk Road Radio finden Sie noch mehr Beispiele dieser feinen Weltmusik.