Monatsgedicht Dezember II: “märzschnee” von Kristin Winter
Bis März mag es noch eine Weile dauern. Doch die Tage werden schon länger. Für Kristin Winter und ihr Gedicht “märzschnee” bedeutet die Entscheidung von Viktoria Frysak auf jeden Fall ein rundes Jahresende und den Auftakt für ein erfolgreiches Weiterdichten in 2010. – Herzlichen Glückwunsch!
märzschnee
hattest schon an
eine amsel gedachtda stellt der winter
noch einen fuß
auf das landanfangsfarbig
die weltund du
und du© Kristin Winter
Für diese Runde mit Gedichten rund um Schnee, Eis und Kristall hat Viktoria Frysak das Jurorenamt übernommen. Sie leitete von 2003 – 2008 einen Wiener Belletristikverlag. 2005 gründete sie gemeinsam mit dem Autor Thomas Wollinger den Texthobel, die Werkstatt für Texttechnik. Seit 2007 betreibt Viktoria Frysak einen Verlag für historische Texte aus dem interkulturellen Bereich.
Ihre Entscheidung begründet die Jurorin so:
Dieses Gedicht ist bei mir sofort hängen geblieben. Die wenigen Worte ergeben auf mehreren Ebenen Sinn. Es scheint dem Raum, dem Inhalt nachzuspüren und ihn mit Emotion zu füllen, – in eben rechtem Maß gewählt.
Der Text verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger und jegliche vorweg genommene Wertungen. Gerade in diesem Aussparen und durch die Beschränkung auf eine fast karg zu nennende Darstellung wird die emotionale Tiefe und Ausdrucksstärke erzeugt.
Auch die Wahl der Zeilenumbrüche und Strophen, die Ordnung der Gedanken und ihre Abfolge, kurzum die lyrische Komposition zeugen von sprachlicher Kompetenz, einer konsequenten Wortwahl und Genauigkeit des Ausdrucks. Für mich haben sich in diesem Gedicht starke Anklänge an Erich Fried gezeigt.
Kristin Winter stellt sich in ihrer Vita vor allem über ihre Bücher vor:
Jahrgang 1958, Jugend in Namibia, drei erwachsene Söhne , lebt als Malerin und Autorin in Wangen im Allgäu.
Veröffentlichungen in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien, vier Gedichtbände: „Wie wach du mich machst“ (2003), „Muschelworte“ (2004), „Fischlieder“ (2005), „Wandelworte“ (2007), (alle erschienen im Athena-Verlag/Oberhausen),
ebenso „Goldfische“/Kurzprosa (2007), „Die Sonne im Gesicht“/ Erzählung (2007, BoD)

Hallo Kristin Winter,
zunächst auch meinen herzlichen Glückwunsch! Dein Wahrnehmungsbild besticht durch Einfachheit den Leser. Kein richtiges Winterbild und dennoch ist etwas von der Schneehaut zu spüren – sehr ausdruckstark “da stellt der winter noch einen fuß auf das land”……
Dein Sprachgefühl fiel mir schon in der ersten Runde auf. Feinsinnig, quellrein deine mir bis jetzt bekannten Monatsgedichte.
Kommentar von Gerda Steger — 31.12.2009 @ 07:21
Frau Winters März-Gedicht ist schön!!! Und fast Haiku-haft, falls es das überhaupt gibt.
Sie hat zwar nicht die 5-7-5-Rhythmik, aber ihr Gedicht ist wirklich wie ein Haiku, karg, lakonisch und
dennoch voller emotionaler Tiefe.
Großes Kompliment! und liebe Grüße
Hans Mentzschel
Kommentar von Hans Mentzschel — 31.12.2009 @ 10:49
Hallo, Frau Winter,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrem zarten Gedicht, das alles hat!
Kommentar von Johanna Klara Kuppe — 31.12.2009 @ 14:15
Liebe Frau Winter, ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu diesem feinen Gedicht und wünsche ein glückliches Neues Jahr.
Kommentar von Marion Röckinghausen — 31.12.2009 @ 14:49
liebe kristin winter
da macht eine nicht viel worte – und das zeichnet sie aus.
was und wie du es sagst packt mich, ganz innen drin. unausweichlich.
gratuliere herzlich und wünsche ein jahr voll freudiger überraschungen und dichterdrang.
roswitha
Kommentar von roswitha hofmann — 31.12.2009 @ 16:34
DANKE euch für diese wunderbaren rückmeldungen! * mein mund formte beim lesen immer wieder ein staunendes “ooohh!” … und mein inneres fühlte sich so frühlingslind gestreichelt … und gewertschätzt … DANKE! * euch allen ein fruchtbares, kraftvolles neues jahr! * und einen herzlichen gruß von der schreib-eremitin kristin winter *
Kommentar von kristin winter — 01.01.2010 @ 17:13
Auf den Punkt gebracht, die Essens des Lebens. Es ist schon besser, im hier und jetzt zu leben, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Sehr schön ausgedrückt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Kristin Winter!
Kommentar von Ilona Braun — 11.01.2010 @ 07:55