Start der Monatsgedichte
Lyrik, so sagt man, hat es schwer. Bei den Verlagen sicherlich. Das ist aber nur die leere Hälfte des Wasserglases. Denn Not macht erfinderisch. Mit dem Blick aufs halbe volle Glas lassen sich zu Zeiten des Social Web mehr denn je neue Möglichkeiten erschließen.
Plattformen, Foren, Blogs oder Twitter werden zwar rege genutzt, um Gedichte zu präsentieren. Doch es braucht noch mehr Knotenpunkte, um im Netz nicht zu verschwinden. Und es braucht für LyrikerInnen oft erstaunlich Mut, sich mit dem Web, der Technik generell anzufreunden. In der stillen Kammer zu schreiben und nach außen zu gehen, um „sich zu verkaufen“, ist aus meiner Praxiserfahrung mit DichterInnen ein regelmäßiger und vor allem mentaler Hindernislauf.
Wettbewerb und Web wie beim Projekt ‚Monatsgedichte’ zusammenzuspannen, scheint mir ein spielerisches Angehen solcher Berührungsängste. Dreizehn Mal im Jahr geben wechselnde JurorInnen aus dem Literatur- und Kulturbetrieb LyrikerInnen den Ansporn, sich auf das Web einzulassen und es für den Namensaufbau einzusetzen. In letzterem liegt der große Gewinn, den das Web in seinen vielerlei Facetten bereithält: Es bringt Mundpropaganda, die auch schon in den buchfernen Zeiten der ‚oral poetry’ Sappho oder Walther von der Vogelweide für ihre Bekanntheit zu schätzen wussten.
Die erste Runde der Monatsgedichte startet jetzt. Bis zum 17. September 2009 können ab sofort Gedichte – zunächst in einem geschlossenen Blog – gepostet werden. Margrit Manz, vormals im Literaturhaus Basel und der Literaturwerkstatt Berlin zuhause und Mitbegründerin des Open mike, wählt das erste Monatsgedicht aus. Dieses wird zusammen mit ihrer Einschätzung und einer Kurzvita des/der SiegerIn am 4. Oktober 2009 hier im Blog vorgestellt.
Wenn Sie beim Projekt ‘Monatsgedichte’ teilnehmen möchten, können Sie hier anmelden. Sie finden an dieser Stelle auch noch weitere Details.



Hallo Michaela D. – bin gespannt und mache gerne mit. Besonders freut es mich, dass Du/Ihr diesen “Wettbewerb” interaktiv gestaltet, mit wechselnden JurorInnen und der Verpflichtung unter den Lyrikschreibenden durch befruchtende Kommentare auch eine Möglichkeit zu schaffen, konstruktive Gedanken zu pflegen, welche die Lyrik allgemein verbessern könnten. Wär ja jammerschade, wenn die kritischen Dichter (Goethe, Rückert, …) recht erhielten, dass es leider zu viele Schreibende gäbe, welche das eigene gute Werk dadurch schmälern würden, weil 1000e sich darin übten. Die Zeiten sind hoffentlich vorbei. Gut finde ich auch, dass niemand bei diesem Angebot an eine bestimmte Kurs-Zeit gebunden ist. Grüsse aus Basel, Evelyne Lauber (hera dam)
Comment by Evelyne Lauber — 06.08.2009 @ 23:11
Hallo Evelyne,
fein, dass Du dazustößt. Ich bin selber neugierig auf das Monatsgedichte-Projekt. Die allgemein gute Resonanz gibt auf jeden Fall noch eine Portion zusätzlichen Schwung. Wir lesen uns also
Comment by Michaela Didyk — 07.08.2009 @ 20:17