03.08.2009

Start der Monatsgedichte

Lyrik, so sagt man, hat es schwer. Bei den Verlagen sicherlich. Das ist aber nur die leere Hälfte des Wasserglases. Denn Not macht erfinderisch. Mit dem Blick aufs halbe volle Glas lassen sich zu Zeiten des Social Web mehr denn je neue Möglichkeiten erschließen.
Plattformen, Foren, Blogs oder Twitter werden zwar rege genutzt, um Gedichte zu präsentieren. Doch es braucht noch mehr Knotenpunkte, um im Netz nicht zu verschwinden. Und es braucht für LyrikerInnen oft erstaunlich Mut, sich mit dem Web, der Technik generell anzufreunden. In der stillen Kammer zu schreiben und nach außen zu gehen, um „sich zu verkaufen“, ist aus meiner Praxiserfahrung mit DichterInnen ein regelmäßiger und vor allem mentaler Hindernislauf.

Wettbewerb und Web wie beim Projekt ‚Monatsgedichte’ zusammenzuspannen, scheint mir ein spielerisches Angehen solcher Berührungsängste. Dreizehn Mal im Jahr geben wechselnde JurorInnen aus dem Literatur- und Kulturbetrieb LyrikerInnen den Ansporn, sich auf das Web einzulassen und es für den Namensaufbau einzusetzen. In letzterem liegt der große Gewinn, den das Web in seinen vielerlei Facetten bereithält: Es bringt Mundpropaganda, die auch schon in den buchfernen Zeiten der ‚oral poetry’ Sappho oder Walther von der Vogelweide für ihre Bekanntheit zu schätzen wussten.

Monatsgedichte

Die erste Runde der Monatsgedichte startet jetzt. Bis zum 17. September 2009 können ab sofort Gedichte – zunächst in einem geschlossenen Blog – gepostet werden. Margrit Manz, vormals im Literaturhaus Basel und der Literaturwerkstatt Berlin zuhause und Mitbegründerin des Open mike, wählt das erste Monatsgedicht aus. Dieses wird zusammen mit ihrer Einschätzung und einer Kurzvita des/der SiegerIn am 4. Oktober 2009 hier im Blog vorgestellt.
Wenn Sie beim Projekt ‘Monatsgedichte’ teilnehmen möchten, können Sie hier anmelden. Sie finden an dieser Stelle auch noch weitere Details.

01.08.2009

Getwittert und gebloggt

Abgelegt unter: Allgemeines — Tags: , , , — Michaela Didyk @ 21:00

Der Dornröschenschlaf ist inzwischen bei Twitter schon beendet, so dass es nach dem “Mikro-Blogging” nun auch Zeit wird, hier loszulegen.

Ideen, so scheint es mir manchmal, gleichen einem Sack Flöhe. Alle springen gleichzeitig heraus und wollen gebändigt werden. So hat das letzte Jahr dazu gedient, die Basis meines Förderprogramms für LyrikerInnen Schritt für Schritt zu erweitern, um neue Projekte anzugehen. Das Bloggen blieb erst einmal auf der Strecke. Doch die Schreibnächte jeden letzten Donnerstag eines Monats etablierten sich, das schamanisch-lyrische Arbeiten, das dazu dient, die Quelle der Inspiration freizulegen und den dichterischen Weg zu klären, schließlich das online://Stipendium, das in diesem Frühjahr zum ersten Mal öffentlich ausgeschrieben war. Da einiger Ideenvorrat noch auf Umsetzung wartet, ist für “Nachschub” an Lyrik-Aktionen gesorgt.

Die “Monatsgedichte” gehören beispielsweise dazu. Mit diesem regelmäßigen Wettbewerb sollen LyrikerInnen eine Möglichkeit erhalten, ihre Internetpräsenz und ihren Namensaufbau zu stärken. Als erste Jurorin stellt sich Margrit Manz zur Verfügung. Sie war bis September 2008 Intendantin des Literaturhauses Basel. Nun hat sie die Projektleitung von Foodscape inne, einem Austauschprogramm von Schweizer und chinesischen Künstlern, das auch auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein wird.

Die Details zu den Monatsgedichten lesen Sie im nächsten Blogpost am kommenden Montag. Unter meiner Twitter-Adresse unternehmlyrik erfahren Sie dagegen aktuelle Informationen aus dem Literatur- und Kulturbetrieb. Ich freue mich, wenn Sie “mitzwitschern” und kommentieren.